Willkommen am Gymnasium im Kannenbäckerland
06. September 2010: Kloß im Hals
Die Theater-AG des Gymnasiums im Kannenbäckerland begab sich mit dem Stück „Kloß im Hals“, das 1993 in Berlin uraufgeführt wurde, auf ein ganz neues Terrain.
Die Autoren des Stücks nannten es „ein Theatermosaik für Menschen ab 13“. In mehreren Episoden spielten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler gekonnt Jugendliche, die aufgrund völlig unterschiedlicher Ursachen mit Essstörungen zu tun haben. Das Stück beginnt und endet in einer Gruppentherapierunde, in denen die Mädchen Gela, Vicky, Rebecca und Antonia (überzeugend gespielt von Ilka Daleki, Deniz Cevik, Lea Peine und Alessia De Stradis) und die Jungen Dieter und Thomas (authentisch dargestellt durch Maurice Di Giulio und Marius Saal) mit ihrem Therapeuten (Gereon Rieke) über ihre Probleme und Erfahrungen mit Bulimie oder Magersucht sprechen.
In den einzelnen Episoden wurden die Folgen und Frustrationen gescheiterter Beziehungen und der Schönheitswahn in durchaus drastischem Jugendjargon gepaart mit gelegentlichen Ohrfeigen wiedergegeben. Eine Fitnessgruppe im Stile des Telegym, die von Sebastian Hoppen und Michelle Zöller angeleitet wurde, und der Dialog zweier Patientinnen (Esther Otterbach und nochmals Michelle Zöller) nach einer Schönheitsoperation sorgten für einige Lacher im Publikum. Ein sehr gelungenes Bühnenbild, das Kunsterzieher Frank Lipka zusammen mit Pierre Schüler und Tristan Wippermann gestaltete, sorgte für die treffende Atmosphäre.
Der Erfolg der Premiere am vergangenen Sonntag ist nicht zuletzt auch dem Engagement des Regisseurentrios der LehrerInnen Maruquena Schrank, Helmut Zender und Dr. Stefan Kühtz zu verdanken, die hiermit debutierten. Insgesamt also eine gelungene Inszenierung der GiK-Theater-AG, die reichlich Anlass zur Diskussion über dieses gerade für Jugendliche brisante Thema bietet.
Am Mittwoch, dem 8.9.2010 besteh noch einmal um 19 Uhr im Mehrzweckraum des Gymnasiums die Möglichkeit, sich das Stück anzuschauen. Der ursprünglich geplante Freitagstermin entfällt aus organisatorischen Gründen.

